Lisztmuseum: neuer Leiter, neue Objekte, neue Führungen

Es tut sich etwas im ehrwürdigen Geburtshaus von Franz Liszt. Dr. Gabor Gonda, der neue Leiter des Liszt-Museums, setzt auf moderne Methoden bei der Kulturvermittlung. Direkt stolz zeigt der studierte Historiker die Audioguides, die seit heuer den Besuchern angeboten werden. Kostenlos. Die elektronischen Museumsführer im Handyformat sind klein und handlich. Man kann sie direkt ans Ohr halten oder die Erklärungen und Musikbeispiele direkt über Kopfhörer geliefert bekommen. Informationen über die Museumsstücke, bei denen eine Nummer für den Audioguide vermerkt ist. In deutscher und ungarischer Sprache. Immerhin kommt jeder dritte Besucher aus Ungarn.

Und immer mehr Besucher kommen aus den Schulen nach Raiding. Dann schlüpfen Gabor Gonda und die anderen Museumsführer – auch das ist neu – in Liszt-Kostüme und führen als jugendlicher „Franz Liszt“ durchs Haus. Sie erzählen – dem Alter angepasst – die Story, wie der kleine Franz zum Hexenmeister am Klavier geworden ist. Das, was auch alle anderen Museumsbesucher in Form der Dauerausstellung „ Wunderkind – Weltstar – Abbé“ im Liszthaus zu sehen bekommen.

Gegen Voranmeldung werden für Gruppen Themenführungen durchgeführt, in Deutsch, Englisch oder Ungarisch. Und jeden dritten Donnerstag im Monat gibt es um 15 Uhr eine Fixführung, zu der man sich nicht anzumelden braucht.

Und die Begleittexte zu den Ausstellungsthemen in den verschiedenen Räumen gibt es in neben den Hauptsprachen Deutsch und Ungarisch auch in Englisch und Französisch.

Alles Angebote, die einen Besuch im Liszt-Haus attraktiver machen und die Besucherzahlen steigern sollen. Im Vorjahr, 2014, haben 6.000 bis 7.000 Personen das Museum besucht. Ein Teil davon waren Besucher der Konzerte des Lisztfestivals, die vor den Veranstaltungen kostenlos einen Rundgang gemacht haben.

Apropos attraktiv: Besichtigen kann man seit einigen Jahren nicht nur das historische Geburtshaus und die ausgestellten Erinnerungsstücke, sondern auch eine Nachbildung des „Blauen Salons“ im daneben errichteten neuen Konzerthaus. Die Rekonstruktion und die ausgestellten kleinen Raritäten verweisen auf den Salon des Onkels von Franz Liszt, Eduard Ritter von Liszt, im Schottenstift in Wien, in dem Franz Liszt bei seinen Aufenthalten in Wien regelmäßig wohnte und dort auch Künstlerkollegen und Freunde traf, wie Richard Wagner, Ludwig Bösendorfer oder Sophie Menter.

Das Liszt-Haus ist 2015 vom 19. März bis 11. November geöffnet, Dienstag bis Samstag von 9 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 17 Uhr.

Näheres unter www.liszthaus.at oder telefonisch unter +43-(0)2619-51047-16

Zum Liszthaus, in Kürze: Zu sehen ist der Rest eines mehr als 500 Jahre alten, ehemaligen Kastells. Der Gutshof wurde 1805 vom Fürstenhaus Esterhazy erworben; einige Jahre danach kam Franz Liszts Vater als Verwalter nach Raiding. Am 22. Oktober 1811 kam darin Franz Liszt zur Welt. Der letzte Majoratsherr, Fürst Paul Esterhazy, schenkte das Haus 1971 der Gemeinde Raiding, die es wiederum dem Land Burgenland zur Betreuung übertragen hatte.

Abbé Liszts Soutane-Kragen

Nach Empfang der vier niederen Weihen 1865 tritt Franz Liszt in der Öffentlichkeit nur noch in Soutane als „Abbé Liszt“ auf. Aus dem Nachlass Eduard Liszt.

Share this article