Familie Drescher wieder Pionier. Neues Pflegemodell in Bau.

Franz Drescher ist voller Tatendrang. Bis Jahresende schafft er eine neue Betreuungsform für Menschen mit geringem Pflegeaufwand. Mit ihrem modernen Pflegezentrum mit 44 Zimmern für 64 Bewohner und den 42 Mitarbeitern ist die Familie Drescher über die Region hinaus bekannt. Nun wird neben dem Pflegezentrum ein neu entwickeltes Betreuungsmodell in Angriff genommen. „Betreutes Wohnen Plus“ nennt Franz Drescher das Musterprojekt. Gedacht ist es für Menschen mit weniger Pflegebedarf, die jedoch Unterstützung, ein barrierefreies Umfeld und die Sicherheit durch anwesendes qualifiziertes Personal im alltäglichen Leben benötigen. Gebaut werden 9 Wohneinheiten und 2 Kurzzeit- bzw. Urlaubs-Pflegeplätze.

Franz Drescher, der 30-jährige, der von seinem Vater die Geschäftsführung des Pflegezentrums übernommen hat, bezeichnet es als Ziel des Projektes, den Betreuungsfaktor zu forcieren: „Wir möchten, dass ältere Menschen in den Pflegestufen 1 bis 4 nicht gleich in ein Heim kommen, beziehungsweise die Aufnahme in einem Heim, je nach Krankheitsbild, hinauszögern. In vielen Fällen ist der Heimeintritt in den Pflegestufen 3 bis 4 nämlich ein Sozialfaktor, wenn zum Beispiel keine Angehörigen im Haus wohnen.“ Drescher legt Wert auf die Unterscheidung seines Projektes von dem vielfach verwendeten Begriff „Betreutes Wohnen“, wofür in den letzten Jahren sehr viele Wohneinheiten von Genossenschaften oder auch privaten Trägern errichtet wurden: „Es reicht nicht aus, dass Wohnungen barrierefrei gebaut werden, um es ‚Betreutes Wohnen‘ zu nennen. Wir möchten mit unserem Projekt ‚Betreutes Wohnen plus‘ eine Marke schaffen und uns klar vom oft falsch verwendeten ‚betreuten Wohnen‘ abheben und distanzieren. Wir werden den Mietern ein umfangreiches Betreuungsangebot zur Verfügung stellten und die notwendige Unterstützung im Alltag geben, ob beim Einkauf oder in Form eines Apothekenservice.“ Es werde ein Grundbetreuungspaket (135 Euro monatlich, je nach Einkommen bis zu 100 % gefördert) geben und nach Wunsch und Bedarf können Zusatzleistungen in Anspruch genommen werden, die nicht im Paket enthalten sind: ob Wäscheservice, Essen auf Rädern, Reinigung oder Pflege. Pflege an sich wird wie eine herkömmliche Hauskrankenpflege durchgeführt. Der Mieter kauft nur die Pflegeleistungen zu, die er braucht; z. B. 20 Minuten bei der Körperpflege am Vormittag und 20 Minuten am Abend. Diese Leistungen werden nach tatsächlichen Aufwand verrechnet. Die Pflege wird analog zur Hauskrankenpflege mit ca. 50% vom Land gefördert.

Das Projekt ist noch ein Pilotprojekt des Landes. Franz Drescher verspricht sich viel davon, stellt aber klar: „Das ‚Betreute Wohnen Plus‘ ist kein Ersatz für ein Pflegeheim, wenn es über die Pflegestufe 4 geht, in Begleitung mit gewissen Krankheitsbildern bzw. auch bei Demenzformen, die ein selbstständiges Wohnen nicht mehr möglich machen. In diesen Fällen ist aufgrund des erhöhten Pflegeaufwandes mit Sicherheit das Pflegeheim mit seinen erhöhten Pflegekompetenzen und der Personalausstattung bzw. allgemeinen Ausstattung die bessere Alternative.“

Übrigens: Franz Drescher dürfte mit seinem Projekt richtig liegen. Alle Wohneinheiten sind bereits reserviert, Eintragungen auf einer Warteliste sind jedoch möglich.

Pflegezentrum Raiding Franz Drescher GmbH

Neugasse 6, 7321 Raiding

Tel: 02619/7476-300

www.pflegezentrum-raiding.at

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